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Die Meere können die Welt mit Strom versorgen

Nov. 2008

Seit 2007 helfen starke und genau berechnete Wellen vor der Küste von Oregon, USA, die Häuser und Geschäfte entlang der Westküste zu erleuchten. Dafür sorgt der Unternehmer George Taylor.

Der in Australien aufgewachsene ehemaliger Surfer, mittlerweile 72 Jahre alt, studierte Elektrotechnik und ist Inhaber der US-Firma Ocean Power Technologies (OPT).

Seine neueste Erfindung ist eine Boje, die die Auf- und Ab-Bewegung einer Welle in Elektrizität umwandeln kann.

Durch Unterseekabel wird die so erzeugte Energie in das nationale Energienetz eingespeist.

Die Bojen sind der Traum eines jeden Ökologen - kaum sichtbar vom Land aus erzeugen sie Energie aus einer absolut sauberen Quelle.

Wellen und Qzean sind quasi unerschöpflich. Es werden keine schädlichen Ozonkiller-Gase frei. Das Klima wird nicht aufgeheizt. Das Meeresleben wird nicht gestört.

Forscher an der Universität Oregon sagen, dass nur 0,2 Prozent der vorhandenen Wellenenergie der Meere ausreichen würde, um die gesamte Welt mit Strom versorgen zu können.

Die vor der Küste von Oregon verankerten Bojen erzeugen laut Taylor Elektrizität mit einem Preis-Leistungsverhältnis, welches mit der momentan billigsten, aber schmutzigsten Energiequelle, der Kohle, absolut konkurrieren kann: "Die Bojen können Energie billiger produzieren als die Kohlekraftwerke."

Bis zum Jahr 2010 plant Taylor, eine 100 Tonnen schwere und 12 Meter umfassende Boje zu verankern. Sie wird dann 500 Kilowatt Strom erzeugen.

Eine Reihe von 40 zusammengeschalteten Bojen kann Elektrizität zu einem Preis erzeugen, der erheblich billiger wäre als der eines typischen Kohlekraftwerks und weitaus billiger als Erdgaskraftwerke.

Diese saubere Elektrizität, die so billig produziert wird, könnte Meerwasser entsalzen, Wassermoleküle aufzuspalten, um Wasserstoff für Kraftstoffzellen zu erzeugen, oder billige Energie für andere energieaufwendige Projekte zur Verfügung stellen.

Als Auszeichnung für diese Leistungen erhielt die Firma gerade im Oktober eine mit 2 Millionen Dollar dotierte Auszeichnung des US-Energieministeriums. Dies ist übrigens das erste Mal, dass dieses Ministerium eine solche Auszeichnung für eine Innovation im Bereich der Meeres- und Wellenenergie vergab.

Die Firma OPT arbeitet derzeit auch an einem Projekt vor der Küste Spaniens. Und mit einer neuen, 1,5 MW-Leistung umfassenden Boje in Oregon, soll sogar die Strommenge für 1.500 Eigenheime erzeugt werden.

Unser Buchtipp zu diesem Thema:

Grundlagen der Energiepolitik: Mit einem Vorwort von Klaus Töpfer



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