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Eine "Ente" versorgt die Menschheit mit Trinkwasser

Als im Frühling 2008 die spanische Stadt Barcelona von einer wochenlangen, ungewöhnlichen Dürre betroffen war, ließ die Regierung Wasser per Tankschiffen und Zügen importieren. Spätestens durch diesen spektakulären Fall wurde klar, dass Wasser noch vor Öl der wichtigste Rohstoff für die Menschheit ist.

Und während die Welt sich hauptsächlich mit der Frage beschäftigt, ob die weltweiten Ölvorräte nun in 30 oder 50 Jahren zur Neige gehen, lauten die Schätzungen zum Trinkwasser, dass es durch die stark zunehmende Weltbevölkerung bereits ab 2025 knapp werden könnte. "In einigen Entwicklungsländern, insbesondere im Nahen Osten, wird das nur in sehr begrenztem Umfang vorhandene Wasser dringend für die weitere Industrialisierung, den Bau neuer Tourismus-Zentren bei gleichzeitiger Bevölkerungsexplosion benötigt", heißt es in der Patentschrift einer ägyptischen Wasserentsalzungsanlage.

Sieht sich die Welt also einer Wasserkrise gegenüber? "Im Grunde genommen sind wir schon mitten drin", sagt Wolfram Mauser, Geographieprofessor an der Universität München in einem Interview gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Auch wenn es im Bewusstsein der Menschen noch nicht so verankert ist: Wasser wird noch vor Öl und Gas knapp." Eine Schätzung der Vereinten Nationen sagt, dass die 1 Milliarde Menschen, die derzeit bereits keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, bis zum Jahr 2050 auf ein Vielfaches angestiegen sein wird.

Gibt es auf der Erde einfach nicht genug Trinkwasser? "Das eigentliche Problem mit dem feuchten Nass ist seine ungleichmäßige Verteilung. So beherbergt der asiatische Subkontinent zwar fast zwei Drittel der Menschheit, bekommt aber nur ein Drittel der weltweiten Niederschläge ab", schreibt der Biologe Georg Rüschemeyer in der bundeseigenen Zeitung "Das Parlament" im Juli 2006. Nun erscheint dieses Problem auf einem Planeten, dessen Oberfläche zu über 70 % aus Wasser besteht, auf sonderbare Weise grotesk. Aber das salzige Wasser der Meere ist nun mal für den Menschen kein trinkbares Wasser, muss also zunächst vom Salzgehalt befreit werden, um als Trinkwasser geeignet zu sein.

Die Gewinnung von Trink- aus Salzwasser benötigt jedoch eine hohe Energiemenge: "Es sind mehrere Verfahren zur Süßwassergewinnung aus Salzwasser bekannt, aber nur wenige sind wirtschaftlich einsetzbar … da für sie große Mengen an fossiler Energie benötigt werden", heißt es weiter in der ägyptischen Patentschrift.

Schottische Ingenieure kamen daher auf die Idee, das Meer selbst die Energie für die Gewinnung von Trinkwasser aus Meerwasser liefern zu lassen. Dem voraus ging die Erfindung des Energie-Wissenschaftlers Stephen Salter, der bereits in den 1970ern die so genannte "Edinburgh-Ente" entwickelte. Diese Konstruktion sieht einer Ente ähnlich, die durch Wellen vor und zurück wankt, daher wird sie auch als "nickende Ente" bezeichnet.

Die aktuelle Weiterentwicklung ist eine Strom erzeugende Boje, die als Generator, als Pumpsystem und als Entsalzungsanlage gleichzeitig konzipiert ist. Durch Unterdruck wird der Siedepunkt des Wassers herabgesetzt. Das Wasser wird verdunstet und dabei vom Salz befreit.

Prototypen mit einer Kapazität von 2.000 Kubikmeter Trinkwasser am Tag laufen zurzeit auf Probe. Das würde für 20.000 Menschen ausreichen.

Mit einem angegebenen Wirkungsgrad von 70 % liegt die Konstruktion auch effizienztechnisch sehr gut. Angeblich soll eine 1.000 km lange Kette dieser "Stromenten" an der schottischen Küste ausreichen, um den gesamten Energiebedarf Großbritanniens zu decken.

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