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Neue Technologie absorbiert Energie von Restaurant-Abwärme

Warum Wärme verschwenden?

Werfen Sie doch mal einen kurzen Blick in irgendeine Küche eines beliebigen gut besuchten Restaurants und Sie erkennen rasch, dass dort eine Menge Wärme produziert – und verschwendet wird.

Aufgeheizte Öfen werden geöffnet, Grills brutzeln mit Burgern und Steaks; in den Töpfen brodeln Suppen, Soßen und Pasta, und Teller und Besteck werden mit Heißwasser und Dampf gereinigt. Wohin verschwindet all die Hitze? Nun, normalerweise wird sie von einer Dunstabzugshaube abgesaugt und nach draußen abgeleitet.

Unterdessen wird mit einem gänzlich anderen Verfahren Erdgas wie üblich dazu verwendet, um innerhalb der kommunalen Wasserversorgung Wasser zu erhitzen, während dem Restaurant im Winter die frische Luft durch einen Luftschacht zugeführt wird.

Warum Gas kaufen, um ein Restaurant zu heizen, wenn Tausende von Dollars dieser Hitze jeden Monat durch den Abluftschacht gejagt werden?" fragt Jeff Martin, Präsident von Martin Air Systems.

 
Hitzeverschwendung nicht notwendig

Der Entrepreneur aus Burlington, einer Stadt in Kanada, bekräftigt, es gäbe keinen Grund für solch eine Verschwendung – und bleibt den Beweis nicht schuldig. In den vergangenen drei Jahren hat seine Firma eine ganze Reihe von Restaurants innerhalb des Großraums Toronto mit einem System umgerüstet, das anderweitig nicht genutzte Abwärme aus Küchen sammelt und dazu verwendet, Wasser und Luft für das Restaurant vorzuwärmen.

Das Ergebnis? „Der Gesamtgasverbrauch sinkt um 35 bis 40 Prozent", sagt Martin, nicht ohne zu betonen, dass etwa die Hälfte des Gasverbrauchs in Restaurants auf die Essenszubereitung entfällt. Das bedeutet, dass die Gesamtkosten nur für Gebäudeheizung und Heißwasser um 75 bis 80 Prozent verringert werden.

Im Sommer, wenn die Gebäudeheizung nicht benötigt wird, geht die Abwärme komplett zum Wassererhitzer. „Sie würden sich wundern, wie viel Heißwasser bei einem Restaurant da durchläuft“, sagt er. „Wir können das Wasser auf knapp 50°C vorwärmen.“

 

Wann amortisiert sich die Investition?

Die Systeme unterscheiden sich je nach Restaurant erheblich, was die Größe und die Kosten angeht. Aber Energieeinsparungen bei einer Umrüstung von 75,000 $ haben sich beispielsweise innerhalb von zwei bis drei Jahren amortisiert. Wenn das Wärme-Erhaltungssystem bereits während des Restaurantneubaus eingebaut wird, amortisiert sich das System sogar schon in weniger als einem Jahr.

Das liegt daran, dass unser System beides ersetzt, sowohl die Abluftbeseitung als auch die Luftaufbereitung, Systeme, die Sie ohnehin hätten kaufen müssen“, erläutert Martin.

Solche Ersparnisse haben den Restaurantketten-Besitzer SIR Corp. überzeugt, sich rückhaltlos mit der Technologie anzufreunden. Mittlerweile wurden fünfzehn Systeme bei Restaurants der Kette Jack Astor's, Canyon Creek und Alice Fazooli's im gesamten Stadtgebiet vorgenommen.

Was bringt das System für die Kunden?

Zwei neue Canyon Creeks, einer in Scarborough und einer in Vaughan, wurden von Anfang an als integriertes System für das Restaurant entworfen.

Beide Restaurants verfügen nun über die höchste Energieeffizienz in Kanada", erörtert Corey Dalton, Betriebsleiter von SIR. „Wir haben uns auf dieses System festgelegt. Wir bauen gerade zwei weitere Jack Astor's und dort wird das System ebenfalls eingebaut werden."

Martin Air's Wärme-Erhaltungssystem begann im Jahre 2004 als Experiment. Bis zu diesem Zeitpunkt verbrachte die Firma die meiste Zeit mit dem Entwurf und Einbau von Luftfilter-Systemen für Gaststätten, insbesondere für Donut-Shops. Zu den größten Kunden gehörten Tim Hortons und Country Style.

In den achtziger und neunziger Jahren brachten wir diesen Markt in Verlegenheit“, bemerkt Martin.

In Jahre 1998 beschloss man bei Tim Hortons, vollständig auf Nichtraucher-Betrieb umzustellen, was einen Exodus der Raucher zu Tim Hortons konkurrierenden Ketten auslöste. Andererseits wanderten Nichtraucher jener Ketten zu Tim Hortons. Das Resultat war ein Massenaustausch der Kunden.

Aber im Zuge der sich stetig verschärfenden Raucher-Gesetzgebung, wurden Läden wie Country-Style gezwungen, gesonderte Raucherräume einzurichten oder seinerseits ebenfalls zu Nicht-Raucher-Restaurants zu werden. Dadurch ergab sich für Martin Air die Gelegenheit, zwischen 2001 und 2004 mehr als 100 Raucherzonen für Donut-Shops in ganz Ontario zu konstruieren.

Dieses Geschäft versiegte jedoch schließlich mit dem Rauchverbot auf öffentlichen Plätzen.

 

Die zündende Idee

2004 trat Martin an Canyon Creek in Burlington heran und schlug vor, eines der alten Abluftsysteme aus den Raucherräumen zu verwenden, um es in den Küchenbereich zu verlegen und in ein Wärme-Erhaltungssystem umzubauen. Wir wollten nur das Konzept ausprobieren." sagte Martin.

Es war ein Glücksspiel.“ fügte Dalton hinzu. „Niemand von uns war sicher, dass es funktionieren würde, aber wir wagten es einfach. Martin übernahm ein genau so hohes Risiko wie wir, denn er baute es kostenlos ein.“

Die Mühe zahlte sich aus. Im Verlauf des Winters 2004/2005 sank der Gasverbrauch bei diesem Canyon Creek um etwa 30 Prozent. Das war ermutigend genug, um fortzufahren und Dalton erteilte das Startsignal für den Einbau eines zweiten Systems, dieses Mal in Jack Astor's Bar und Grill in der Nähe des Square One Einkaufszentrums in Mississauga.

Dieses System, das technisch etwas ausgefeilter war, sparte dem Restaurant $ 43.000 an Energiekosten bis zum Jahr 2006, was zu einer Rückerstattung von 21 Abschlagszahlungen führte.

Die Systeme wurden immer besser und besser, je mehr wir installierten,“ sagte Dalton.

 

Die Idee wird zum kommerziellen Erfolg

Die Nachricht verbreitete sich. Martin Air baute ein System in ein Holzkohle Steak House in Waterloo ein und gerade wurde die erste Installation bei einer Boston Pizza in Milton beendet. Eine weitere ist in Arbeit, und zwar bei Moxie's Classic Grill, Teil einer landesweiten Kette mit dem Ursprung in Calgary.

Die Firma verfügt über Pläne, das System schlanker zu konstruieren, und ein Wendy Franchiser vor Ort hat Interesse bekundet, ihm eine Chance einzuräumen.

Wir sind soweit, dass wir ein paar mehr Ketten übernehmen können", verkündet Martin.

Für uns besteht der nächste Schritt darin, Servicestationen im ganzen Land einzurichten. Wenn also die Kette beschließt, einen neuen Laden in Brandon, Manitoba zu eröffnen, müssen wir jemanden vor Ort haben, der das System betreuen kann."

Vent Master, ein Tochterunternehmen der Halton Gruppe, die weltweit größte Firma für Küchenventilationen, hat zugestimmt, das System in Kanada, den Vereinigten Staaten und weiteren Ländern zu vermarkten.“ so Martin weiter.

Die Botschaft, die ich gerne vermitteln möchte, lautet für alle neuen Restaurants, dass sie dies System einbauen sollten", erörtert er und nennt es kurzfristige Einsparpotenziale, soweit es die Energie-Effizienz-Technologie betrifft.

Umrüstungen mögen schwieriger zu verkaufen sein, auch wenn es bei einer Amortisation innerhalb von drei Jahren nichts zu meckern gibt. Wenn es die Regierung von Ontario mit der Energie-Erhaltung und effizienter Nutzung ernst meinte, würde es einen zinsgünstigen Umlauffonds gründen, der von Restaurantbesitzern und Kettenbetreibern verwendet werden könnte, um Umrüstungen auf Energie-Erhaltungssysteme zu finanzieren.

Das Geld könnte später mit den Einsparungen zurückgezahlt werden, das Restaurant hat den Vorteil, dass weiterhin Energiekosten eingespart werden und die Regierung erreicht ihr Ziel, die Treibhausgase durch den intelligenten Einsatz von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Darüber hinaus besteht nur ein minimales Risiko für die Steuergroschen.

Soweit es kurzfristige Einsparpotentiale betrifft, können Sie nicht viel mehr herausholen.



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